Gesucht ist der Maßfaktor M für eine auf dem Erdboden ruhende Uhr (besser: der Maßfaktor für diesen Ort, die Uhr ist ja nur
das Messinstrument). Wir verwenden wieder das Äquivalenzprinzip und betrachten die folgende Situation:
Zwei Uhren A und B seien an Boden und Decke einer Kabine angebracht, die mit einer Beschleunigung der Größe g'=10 m/s2 an
einer frei schwebenden Kontrolluhr vorbeifliegt. Die Uhr B fliegt an der Kontrolluhr mit einer Geschwindigkeit v(B) vorbei,
die Uhr A etwas später mit der etwas größeren Geschwindigkeit v(A). Von der Kontrolluhr aus gesehen erscheinen die Uhren A
und B wegen der speziellrelativistischen Zeitdilatation verlangsamt.
Für das Verhältnis der Zeiten A und B gilt dann (nach der üblichen Formel für die speziellrelativistische Zeitdilatation):

Dabei bedeuten: T(A) die von der beschleunigten Uhr A angezeigte Zeit, T(B) entsprechend.
In der dazu äquivalenten Situation ruht die Kabine mit den Uhren A und B auf dem Erdboden, während die Kontrolluhr frei an dieser "vorbei"fällt. Die Fallgeschwindigkeit der Kontrolluhr lässt sich aus dem Energiesatz bestimmen:
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Damit gilt:
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Wir verlegen schließlich die Uhr A ins "Unendliche" ( U(A)=0 ), die Uhr B ruhe in einer Entfernung r vom Gravitationszentrum (d.h. zwar in der Kabine, jetzt aber vom Erdmittelpunkt aus berechnet), mit dem Newtonschen Gravitationspotential (was wir hier einsetzen dürfen) gilt dann
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mit der Gravitationskonstanten
und der (Erd)Masse m.
T(A) zeigt unsere Standardzeit an, T(B) die Eigenzeit am Ort der Ort B, Mf(B) ist der gesuchte Maßfaktor.
Die Endformel etwas allgemeiner formuliert:
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mit der Zeit T(r), gemessen an einem Ort im Abstand r vom Massezentrum, der Standardzeit To weitab von allen Massen und dem Maßfaktor Mf(r) des Ortes im Abstand r vom Massezentrum.
nach: Sexl, Roman und Hannelore: Weiße Zwerge - schwarze Löcher. Einführung in die relativistische Astrophysik, Hamburg 1975